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Chronik



 Zu unserem Zeitungsfundus


Zum Archiv des Herrn Dölle  










Verglichen mit den langen Zeiträumen, auf die Erfurt und seine 

Nachbarorte zurückblicken können, ist der Wiesenhügel ein noch recht junger Stadtteil. 

Während Erfurt bereits vor mehr als 1.280 Jahren erstmals urkundlich 

erwähnt wurde und auch unsere Nachbarn Dittelstedt sowie Melchendorf 

auf eine jahrhundertealte Vergangenheit verweisen können, 

begann die Entwicklung des Wiesenhügels erst Anfang der 1980er-Jahre.


Doch gerade diese junge Geschichte macht den Stadtteil besonders. 

Wo heute Wohnhäuser, Wege und Begegnungsorte stehen, 

bestimmten einst Felder, Wiesen und Waldflächen das Landschaftsbild. 

Viel von dieser natürlichen Umgebung ist bis heute erhalten geblieben 

und prägt den Charakter des Viertels. 

Die unmittelbare Nähe zur Natur zählt noch immer zu den 

größten Vorzügen des Wiesenhügels und trägt wesentlich 

zu seiner hohen Lebensqualität bei.



Die ersten Jahre des Wohngebietes

Mit dem Bau eines Arbeiterhotels am unteren Rand des Wiesenhügels 

begann 1983 die sichtbare Entwicklung des neuen Wohngebietes. 
Das Gebäude diente bis etwa 1988 als Unterkunft für die 

am Bau beteiligten Arbeiter und wurde später als Wohnhaus genutzt. 

Parallel dazu entstanden ab 1984 die ersten Wohnblöcke.




Die Anfangszeit war für viele Bewohner von Improvisation geprägt. 

Zahlreiche Wege waren noch unbefestigt, sodass man bei Regen oft 

durch Matsch und über provisorische Pfade zur eigenen Wohnung 

gelangen musste. Verschmutzte Schuhe gehörten damals fast 

selbstverständlich zum Alltag.
 

Infrastruktur wächst mit dem Stadtteil

Mit der Fertigstellung weiterer Wohnbereiche entwickelte sich der Wiesenhügel rasch zu einem eigenständigen Wohnquartier. 

Seit 1985 befindet sich die Grundschule 34 im Weißdornweg 2. 

Bereits ein Jahr später waren auch die oberen Bereiche 

des Wohngebietes bezugsfertig. 

Dazu gehörte die damalige Erhard-König-Straße, 

die heute als Haselnussweg bekannt ist.

In den folgenden Jahren entstanden zahlreiche Einrichtungen, 

die das tägliche Leben erleichterten: 

Friseure, Drogerien, Arztpraxen, gastronomische Angebote 

und eine Sparkassenfiliale gehörten 

zum neuen Versorgungsnetz des Stadtteils.


Veränderungen nach der Wiedervereinigung *)

Die politischen und wirtschaftlichen Umbrüche der Jahre 1989 und 1990 

blieben auch am Wiesenhügel nicht ohne Folgen. Einige Geschäfte und Einrichtungen mussten ihren Betrieb einstellen, da sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen grundlegend verändert hatten. Zu den sichtbarsten Veränderungen gehörte die Umbenennung vieler Straßen. 

Die ursprünglichen Straßennamen orientierten sich an Begriffen und Idealen der DDR-Zeit. So wurde beispielsweise aus der „Straße der Aktivisten“ der heutige Wacholderweg, aus der „Straße der Kosmonauten“ der Holunderweg, aus der „Straße der Waffenbrüder“ der Hagebuttenweg und aus der „Straße des Sozialismus“ der Schlehdornweg. Seit 1991 tragen die Straßen Namen heimischer Pflanzenarten. Bewusst entschied man sich dabei für die Bezeichnung „Weg“ anstelle von „Straße“.




Orte der Begegnung und des Engagements


Bereits in den Anfangsjahren des Wohngebietes befand sich in der Lutsche 10 

eine Kaufhalle, vielen Bewohnern noch als „Fabi-Markt“ bekannt. 

Später wurde das Gebäude als Sporthalle genutzt. 

Durch das Engagement zahlreicher Ehrenamtlicher entstand dort 1995 

eine Judohalle, 

die bis heute ein wichtiger Treffpunkt für Sport und Vereinsleben ist. 

Auch die Kinderbetreuung spielte von Beginn an eine bedeutende Rolle. 

Heute gibt es am Wiesenhügel drei Kindertageseinrichtungen: 

den Kindergarten Wiesenhügel, das Zwergenreich und den Waldkindergarten. 

Schon zu DDR-Zeiten waren Betreuungsplätze stark gefragt, 

weshalb zeitweise zusätzliche Einrichtungen geschaffen werden mussten.

Im Hagebuttenweg befindet sich zudem 

das Kommunale Jugendhilfezentrum „Aster“. 

Das Gebäude hatte bereits zuvor eine besondere Funktion:
Zu DDR-Zeiten war es eine Jugendherberge für Sportlerinnen und Sportler 

aus dem In- und Ausland, die zu Wettkämpfen nach Erfurt kamen.


Kultur und gesellschaftliches Leben

Ein besonderes Kapitel der Stadtteilgeschichte begann 1994 

mit der Gründung des Vereins „Orient Okzident e. V.“ 

durch den Heidelberger Oberstudienrat Gustav Anton Gregor. 

Aus dieser Initiative entwickelte sich später der Orientalische 

Kultur- und Tanzsportverein (OKT e. V.), der 1999 entstand 

und seine Arbeit anschließend an anderen Standorten in Erfurt fortsetzte.


Wandel im neuen Jahrtausend

Wie viele Plattenbaugebiete erlebte auch der Wiesenhügel in den vergangenen Jahrzehnten umfangreiche Veränderungen. 

In den Jahren 2010 und 2011 wurden mehrere Wohnblöcke am Goldregenweg 

sowie Gebäude an der Straße Am Wiesenhügel zurückgebaut. 




Ein Jahr später folgten umfassende Sanierungsmaßnahmen in verschiedenen Wohnbereichen, die das Erscheinungsbild des Stadtteils deutlich aufwerteten 

und die Wohnqualität verbesserten.  

Am 3. September 2012 wurde zudem die Buslinie 65 eingerichtet, 

die als Shuttleverbindung zwischen dem Klettenweg und 

dem Einkaufszentrum an der Hermsdorfer Straße diente.



Neue Nutzung bestehender Gebäude

Ein Beispiel für den Wandel im Stadtteil ist das Gebäude im Heckenrosenweg 2. 

Die ehemalige DDR-Plattenbauschule wurde 2013 durch die Arbeiterwohlfahrt 

zur Senioren-Wohngemeinschaft „GutHeim“ umgestaltet. 

Die ruhige Lage und die großzügigen Grünflächen bieten dafür 

ideale Voraussetzungen.

Auch das Gelände zwischen Ginsterweg und Heckenrosenweg 

veränderte sich grundlegend. 


Nach dem Abriss der ehemaligen Kaufhalle und Turnhalle im Jahr 2016 

entstanden dort moderne Miet- und Eigentumswohnungen.


Vielfalt und Zusammenhalt

Mit der Unterbringung von Geflüchteten aus Syrien erhielt der Stadtteil ab 2015 eine weitere Facette seiner Entwicklung. 

Im Färberwaidweg entstand eine Wohnanlage für Menschen, 

die vor Krieg und Gewalt ihre Heimat verlassen mussten. 

Die Unterkunft wurde am 29. Februar 2016 eröffnet.

Aus dieser Entwicklung heraus entstand im Juni 2016 

ein interkultureller Bürgergarten. 

Seitdem bewirtschaften Bewohnerinnen und Bewohner unterschiedlichster Herkunft gemeinsam Beete, 

teilen Ernteerträge und kommen miteinander ins Gespräch. 

Der Garten ist zu einem Symbol für Offenheit, Nachbarschaft und gemeinschaftliches Engagement geworden.



Ein Stadtteil mit eigener Identität

In nur wenigen Jahrzehnten hat sich der Wiesenhügel von einer offenen Landschaft zu einem lebendigen Wohnviertel entwickelt. 

Seine Geschichte ist geprägt von Aufbau, Wandel und dem Engagement seiner Bewohnerinnen und Bewohner. 

Die Verbindung aus naturnahem Wohnen, gewachsenen Nachbarschaften und vielfältigen sozialen Angeboten macht den Stadtteil bis heute zu einem besonderen Ort innerhalb Erfurts.


  
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*)    Straßennamen im Wandel (vor und nach 1991)
Quelle: © Wikipedia

Alte Bezeichnung (bis 1991)Neue Bezeichnung (ab 1991)
Dr.-Richard-Sorge-StraßeBrombeerweg
Erhard-König-StraßeHaselnußweg
Hans-Beimler-StraßeGinsterweg
Harro-Schulze-Boysen-StraßeWeißdornweg
Heinrich-Rau-StraßeKlettenweg
Lilo-Herrmann-StraßeSauerdornweg
Max-Christiansen-Clausen-StraßeHeckenrosenweg
Rudi-Arnstadt-StraßeAm Wiesenhügel
Straße der AktivistenWacholderweg
Straße der BefreiungSeidelbastweg
Straße der KosmonautenHolunderweg
Straße der WaffenbrüderschaftHagebuttenweg
Straße des 7. OktoberFärberwaidweg
Straße des Roten OktoberMispelweg
Straße des SozialismusSchlehdornweg
Werner-Eggerath-StraßeLigusterweg










           

 


 






                               

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Letzte Aktualisierung dieser Seite:   14.06.2026 18:13:00



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